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Frau Bettina Kolbe Tel.: 03583 88 1275 E-Mail: bettina.kolbe@k-ob.de
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die stationäre Behandlung erfolgt am Standort Zittau. Ambulante Behandlungen wie die Chemotherapie erfolgt am Standort Ebersbach. Ich stehe Ihnen bei der Planung der Aufenthalte gern zur Verfügung.
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Brustkrebs stellt seit Jahren die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Frauen in der Bundesrepublik Deutschland dar. Im Laufe Ihres Lebens erkrankt etwa jede 8. Frau an Brustkrebs. Laut der Deutschen Krebsgesellschaft werden jährlich über 75.000 Neuerkrankungen diagnostiziert. Zunehmend sind auch jüngere Frauen betroffen.
Wir, als Brustzentrum Ostsachsen, möchten Patienten und Angehörigen als kompetenter Partner zur Seite stehen. Die hier aufgeführten Informationen zu Entstehung, Risiken, Klassifikation und Früherkennung sollen Ihnen einen ersten Einblick in die Thematik verschaffen. Weiterführende Informationen und eine Entscheidungshilfe bietet Ihnen die Patientenleitlinie Brustkrebs.
Wichtig ist es, die Warnzeichen für eine mögliche Brustkrebserkrankung zu kennen. Je eher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
Selbstverständlich steht Ihnen das Team des Brustzentrum Ostsachsen für weitergehende Fragen zur Verfügung.
Brustkrebs (Mammakarzinom) ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Sie ist für ein Viertel aller bösartigen Erkrankungen bei Frauen verantwortlich. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 75.000 Frauen. Jede 8. Frau muss damit rechnen, im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs zu erkranken.
Die Zahl der Neuerkrankungen an Brustkrebs bezogen auf 100.000 Einwohner zeigt weltweit eine stetige Zunahme. Dies gilt insbesondere für Frauen über 50 Jahre, für jüngere Frauen blieb die Anzahl der Neuerkrankungsfälle in den letzten 30 Jahren nahezu unverändert. Erfreulicherweise wurde in den letzten 15 Jahren ein Rückgang der Sterblichkeit an dieser Erkrankung um etwa 20% nachgewiesen, verbunden mit einer deutlichen Verbesserung der Überlebensaussichten.
Brustkrebs entsteht in den Zellen der Milchgänge oder den Drüsenläppchen der Brust und wächst von dort ausgehend in das angrenzende Gewebe. Später brechen die Zellen auch in die Lymph- und Blutgefäße ein und können in Knochen, Lunge, Leber und Gehirn Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden. Am häufigsten ist das Mammakarzinom im äußeren oberen Viertel der Brust lokalisiert.
Etwa 80% aller Tumoren werden von den betroffenen Frauen bei Selbstuntersuchungen gefunden. Sie werden als Verhärtung bzw. Knoten in der Brust getastet und verursachen häufig keine Schmerzen. Aber auch Veränderungen der Brusthaut, Größe und Form der Brust, Einziehungen oder Veränderungen der Brustwarze können auf einen Tumor hindeuten und sollten unbedingt dem Arzt vorgestellt werden. Die regelmäßige Selbstuntersuchung der Brust sollten Frauen ab dem 30. Lebensjahr einmal monatlich vornehmen.
Das mittlere Erkrankungsalter der Frauen liegt bei 61 Jahren, jedoch treten etwa 20 Prozent der Erkrankungsfälle bereits vor dem 50. Lebensjahr auf. Frauen erkranken 100mal häufiger als Männer.
Die relativen 5-Jahres-Überlebensraten liegen bei ca. 88%, wobei das Überleben unter anderem abhängig ist vom Alter der Patientin, vor allem aber dem Stadium der Erkrankung bei Diagnosestellung. Je früher eine Brustkrebserkrankung entdeckt wird, desto größer ist die Chance auf eine Heilung.
Eine Ursache schlechthin für die Entstehung von Brustkrebs gibt es nicht. Da es sich bei der Umwandlung einer normalen Zelle in eine Tumorzelle um einen mehrstufigen Prozess handelt, kann man im Einzelfall davon ausgehen, dass eine Reihe von zufällig zusammentreffenden Faktoren wirksam werden muss. In diesem Zusammenhang ist eine Vielzahl von Risikofaktoren bekannt, die man in den letzten Jahren auch in großen Studien untersuchte.
Geschlecht und Alter Den größten Risikofaktor stellt das Geschlecht dar. Frauen erkranken 100 Mal häufiger an Brustkrebs als Männer. Auch mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für diese Erkrankung an. ¾ aller Erkrankungen treten im Alter von 50 – 70 Jahren auf.
Erbliches Risiko Nur 5% aller Mammakarzinome sind erblich bedingt. Ein hohes familiäres Risiko (ca. 20% aller Erkrankungen) besteht bei:
gehäuftem Auftreten von gleichartigen Krebserkrankungen (Brust oder Eierstock)
Auftreten von Krebserkrankungen bei mehreren Familienmitgliedern aufeinanderfolgender Generationen und
Auftreten in jüngerem Alter (< 40 Jahren).
Bei ungefähr 20% der Frauen aus diesen sogenannten „Hochrisikofamilien“ konnte durch Gentestung die erbliche Ursache (Mutation) gefunden werden. Ist eine Frau Trägerin der Mutation, so ist ihre Wahrscheinlichkeit, an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken besonders hoch. Von zehn Frauen erkranken fünf bis acht an Brustkrebs, viele davon schon vor dem 50. Lebensjahr. Junge Frauen mit hohem familiärem Brustkrebsrisiko sollten sich daher zu einer genetischen Beratung vorstellen.
Hormone Auch die weiblichen Geschlechtshormone beeinflussen das Risiko einer Erkrankung. Frauen, die im Laufe ihres Lebens eine größere Anzahl vollständiger Menstruationszyklen hatten, erkranken häufiger an Brustkrebs. Eine frühe erste Regelblutung (vor dem 12. Lebensjahr) und ein später Eintritt der Wechseljahre (nach dem 50. Lebensjahr) erhöhen das Risiko. Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht weiterhin bei Nichtgebärenden, später erster Schwangerschaft (nach dem 35. Lebensjahr) sowie einer Verkürzung der Stillzeit.
Ernährung Es wird angenommen, dass Ernährungsgewohnheiten (Menge und Zusammensetzung unserer Nahrung) in direktem Zusammenhang mit einer Risikoerhöhung stehen. Der Nachweis einzelner Substanzen ergab jedoch aufgrund der vielfältigen Zusammenhänge häufig widersprüchliche Ergebnisse. Übergewicht (besonders bei Frauen nach Eintritt der Wechseljahre) und übermäßiger Alkoholgenuss sind bisher als Risikofaktoren anerkannt. Eine mediterrane Ernährung mit grünem Gemüse und Olivenöl vermindert möglicherweise das Risiko.
Sport Eine regelmäßige sportliche Aktivität von Frauen senkt über die Beeinflussung der persönlichen hormonellen Gegebenheiten das Erkrankungsrisiko. Bei sportlicher Betätigung von mehr als 4 h wöchentlich wurde eine Risikoreduktion bis zu 40% gegenüber sportlich inaktiven Frauen gefunden (Bernstein L et al). Obwohl ein großer Teil der genannten Faktoren als nicht beeinflussbar anzusehen ist, so können Frau- en mit einer gesunden Ernährung und sportlicher Betätigung dazu beitragen, ihr persönliches Risiko einer Brustkrebserkrankung zu verringern.
Damit die am besten geeignete Behandlungsmethode festgelegt werden kann, muss die Ausbreitung der Erkrankung im Körper (Krankheitsstadium) ermittelt wer- den. Dies erfolgt mittels einer Klassifikation, auch Stadieneinteilung oder Staging genannt. Im Brustzentrum Ostsachsen wird die international gültige TNM-Klassifi- kation herangezogen, bei der die folgenden 3 Bereiche betrachtet werden:
T = Tumor
N = Nodi (benachbarte Lymphknoten)
M = Metastasen (Tochtergeschwülste)
Durch die Vergabe von Indexzahlen werden die einzelnen Stadien genauer be- schrieben:
T0 = Ein Primärtumor ist nicht nachweisbar
Tis = Carcinoma in situ („Vorstadium“)
T1 = Größe des Primärtumor < 2 cm
T2 = Größe des Primärtumor 2 bis 5 cm
T3 = Größe des Primärtumor > 5 cm
T4 = Tumor jeder Größe mit direkter Ausdehnung auf Brustwand oder Haut
Nx = Der Befall der Lymphknoten kann nicht beurteilt werden
N0 = Keine Lymphknotenmetastasen in der Axilla (Achselhöhle)
N1 = Es sind Metastasen in den Lymphknoten der Axilla (Achselhöhle) nach- weisbar
N2 = Es sind Metastasen in den Lymphknoten der Axilla (Achselhöhle) nach- weisbar, die untereinander oder in Nachbarschaft fixiert sind
N3 = Metastasen in infraklavikulären Lymphknoten (unter dem Schlüssel- bein)
Mx = Das Vorliegen von Fernmetastasen kann nicht beurteilt werden
M0 = Es können keine Metastasen nachgewiesen werden
M1 = Es sind Fernmetastasen nachweisbar
Beispiel: T2N0M0 heißt, es liegt ein Primärtumor von 2 bis 5 cm Größe vor, ohne Befall der Lymphknoten und ohne Fernmetastasen.
Der klinischen Klassifikation (TNM) folgt die pathologische Klassifikation (pTNM). Dabei handelt es sich um eine analoge Stadieneinteilung, aber auf der Grundlage von pathologisch (postoperativ) erhobenen Befunden, die für weitere therapeutische Maßnahmen entscheidend sind.
Wird Brustkrebs frühzeitig erkannt und behandelt, so steigert dies wesentlich die Heilungschancen. Aus diesem Grund spielt die Früherkennung eine große Rolle im Kampf gegen den Brustkrebs.
Ab dem 30. Lebensjahr hat jede Frau einmal jährlich Anspruch auf eine Vorsorgeuntersuchung der Brust bei Ihrem Frauenarzt. Dies umfasst das Abtasten der Brust und der Achselhöhlen sowie auf Wunsch eine Anleitung zur Selbstuntersuchung. Diese sollte jede Frau einmal im Monat und immer zum gleichen Zeitpunkt vornehmen – am besten in der Woche nach Ende der Regelblutung. Sollten Sie keine Regelblutung mehr haben, so suchen Sie sich einen festen Termin, z.B. den Anfang eines Monats.
Die Selbstuntersuchung können Sie nach der folgenden Anleitung durchführen. (Quelle: Deutsches Grünes Kreuz e.V., Brustkrebs – vorbeugen, früh erkennen, früh behandeln). Die Anleitung können Sie hier herunterladen. Achten Sie bei der Selbstuntersuchung auf folgende Anzeichen:
Neu aufgetretene Verhärtungen, Verdickungen, Knoten in der Brust, den Achselhöhlen oder in Schlüsselbeinnähe
Neu aufgetretene Größenunterschiede der Brüste
Einziehungen der Haut oder der Brustwarzen
Absonderungen aus der Brustwarze
Plötzliche Rötungen
Entdecken Sie etwas Verdächtiges, so sollten Sie nicht in Panik geraten. In den meisten Fällen handelt es sich um gutartige Veränderungen. Zur Abklärung sollten Sie jedoch umgehend Ihren Arzt aufsuchen. Gehören Sie aufgrund familiärer Vorbelastungen zur Gruppe mit erhöhtem Risiko, so ist es möglich, während einer genetischen Beratung Ihr persönliches Risiko zu ermitteln. Die Mitarbeiter unseres Brustzentrums werden Ihnen bei Fragen zu diesem Thema gern weiterhelfen.
Diagnostik
Je früher ein bösartiger Tumor entdeckt wird, umso größer sind die Heilungschancen. Eine genauere Untersuchung der Brust erfolgt mittels bildgebender Verfahren. Folgende technische Untersuchungsmethoden stehen für die Erkrankungen der Brust zur Verfügung:
Neben den drei wichtigsten hier aufgeführten Methoden gibt es noch zahlreiche zusätzliche Aspekte zu beachten. Wenden Sie sich für weitere Fragen oder zur Abklärung vertrauensvoll an die Ärzte in unserem Brustzentrum Ostsachsen.
Die Mammografie ist eine Untersuchung der Brust mittels Röntgenstrahlen. Sie ist derzeit das sicherste Verfahren zur Früherkennung von Brustkrebs. Ziel der Untersuchung ist die Erkennung von frühen Stadien, in denen ein Tumor noch nicht tastbar ist. Die Mammografie dient weiterhin der Abklärung von Tastbefunden der Brust.
Bei der Mammografie wird jede Brust zweimal von verschiedenen Seiten geröntgt. Dabei wird die Brust durch eine erfahrene Assistentin behutsam soweit wie möglich komprimiert, aber nur so, dass die Patientin keine Schmerzen verspürt. Die häufig geäußerte Sorge, durch das Zusammendrücken könnte Brustkrebs entstehen, ist vollkommen unbegründet. Das ausreichende Komprimieren dient der Verringerung der Strahlenbelastung und der verbesserten Bildqualität und damit letztendlich einer besseren Erkennbarkeit von pathologischen (krankhaften) Veränderungen. Die heutigen Mammografiegeräte ermöglichen dabei zahlreiche Spezialaufnahmen, auch in Vergrößerungstechnik.
Wann wird eine Mammografie durchgeführt:
Zur Früherkennung im Sinne einer Vorsorgeuntersuchung
Zur Abklärung von pathologischen (krankhaften) Veränderungen
Bei Frauen mit erhöhtem Risiko an Brustkrebs zu erkranken (Risikofaktoren)
Als lebenslange Tumornachsorge bei Brustkrebs in festgelegten Abständen
Bei der Früherkennung wird eine klinisch unauffällige Brust mit dem Ziel untersucht, einen kleinen Tumor zu entdecken. Die Vorsorge-Mammografie ist derzeit aber noch kein Leistungsgegenstand der Krankenkasse und wird von dieser nicht erstattet. Liegt jedoch ein abzuklärender Herd oder ein besonderer Risikofaktor vor, dann kann ihr Arzt einen Überweisungsschein zur Mammografie ausstellen.
Das wichtigste Ziel der Mammografie ist die Abklärung folgender Symptome:
Tastbarer Knoten. Bei weitem nicht jeder Knoten ist jedoch gleichbedeutend mit Brustkrebs. Es gibt auch sehr viele gutartige, also letztlich harmlose Kno- ten.
Diffuse Verhärtungen mit Hauteinziehungen
Einseitige, insbesondere blutige Absonderungen aus der Brust
Vergrößerte Lymphknoten der Achselhöhle oder der Lymphknoten in der Nähe des Schlüsselbeines
Die Ultraschalluntersuchung (auch Sonografie genannt) ist eine gefahrlose und den Körper nicht belastende Untersuchungsmethode. Als alleiniges Verfahren zur Früherkennung ist der Ultraschall jedoch nicht geeignet, da viele frühe Krebsarten der Brust mit Mikroverkalkungen einhergehen, die mit dieser Methode teilweise nicht erkannt werden können.
Er wird daher meist als Ergänzung zur Mammografie genutzt, um dort gefundene Herde abzuklären. Eine Ultraschalluntersuchung wird weiterhin eingesetzt, um bei Tastbefunden eine gute Sicherheit zur Unterscheidung von gut- und bösartigen Veränderungen zu bieten. Bei jüngeren Frauen, deren Brustdrüsengewebe sehr dicht ist, sollte der Ultraschall im Falle eines eindeutigen Tastbefundes zuerst angewandt werden.
die Kernspintomografie, auch Magnetresonanztomografie genannt ist eine ebenfalls gefahrlose Untersuchungsmethode, die mit Magnetfeldern arbeitet. Diese Untersuchung eignet sich mit hoher Sicherheit zur Unterscheidung von gut- oder bösartigen Veränderungen, die man mittels Mammografie oder Ultraschall sonst nicht treffen kann. Das gilt insbesondere für narbige Veränderungen nach brusterhaltenden Operationen wegen eines bösartigen Tumors. In aller Regel steht sie nur Patientinnen mit Brustkrebs zur Verfügung.
Um endgültig abklären zu können, ob ein Knoten in der Brust gut- oder bösartig ist, muss eine feingewebliche Untersuchung einer Gewebeprobe durchgeführt werden. Zur Gewebeentnahme, der so genannten Biopsie, stehen dabei verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:
Feinnadelpunktion: Die Feinnadelpunktion eignet sich zur Untersuchung von tastbaren Knoten. Bei die- sem Verfahren werden dem Knoten mit einer Spezialspritze und einer hauchdün- nen Kanüle Zellen entnommen. Die entstehenden Schmerzen können mit denen einer Blutentnahme verglichen werden. Feinnadelpunktionen werden heute meist nur zur Entlastung von Zysten durchgeführt.
Hochgeschwindigkeits-Stanzbiopsie: Die Stanzbiopsie eignet sich für die Untersuchung tastbarer Knoten. Bei einer Hoch- geschwindigkeitsstanzbiopsie wird nach örtlicher Betäubung zuerst eine Führungs- kanüle eingeführt. Durch diese Führung wird unter hoher Geschwindigkeit mit ei- nem Stanzinstrument (Hohlnadel mit Schneidemechanismus) eine Gewebeprobe entnommen.
Vakuum-Stanzbiopsie: Die Vakuum-Stanzbiopsie ist insbesondere zur Abklärung von Mikrokalk geeignet. Bei diesem Verfahren erfolgt die Gewebeentnahme computergesteuert mit einer Biopsienadel durch Schaffung eines Unterdrucks (Vakuum).
Operative (offene) Biopsie: In Fällen, in denen eine minimal invasive Biopsie keinen klaren Befund ergeben hat, wird eine operative Gewebeentnahme notwendig. Unter gewissen Voraussetzungen wird eine so genannte Schnellschnittuntersuchung durchgeführt, d.h. noch während der Operation untersucht der Pathologe eine Gewebeprobe. Ergibt sich dabei die Gutartigkeit der Geschwulst, so kann die Operation beendet werden. Bestätigt sich der Verdacht auf Brustkrebs, so wird individuell über die weitere Vorgehensweise entschieden.
Im Anschluss an jede Biopsie wird das entnommene Gewebe von einem Pathologen genau untersucht. Anhand der durchgeführten feingeweblichen Analysen ist eine Unterscheidung zwischen gut- oder bösartigen Veränderungen möglich. In Abstimmung mit dem Ergebnis kann dann die weitere Behandlungsplanung erfolgen.
Therapie
Die Diagnose Brustkrebs ist genauso individuell, wie die Therapie, welche hinter der Diagnose steht. Bevor mit einer Therapie begonnen werden kann, muss daher ein individuell abgestimmter Behandlungsplan aufgestellt werden. Die Therapie von Brustkrebs baut sich auf drei Säulen auf:
operative Therapie
medikamentöse Therapie
Strahlentherapie
Das interdisziplinäre Ärzteteam im Brustzentrum Ostsachsen erstellt für jeden Patienten einen individuellen Behandlungsplan. Gemeinsam mit Vertretern aus den Fachbereichen Gynäkologie, Radiologie, Strahlentherapie und Onkologie werden Empfehlungen für die optimale Behandlung jedes einzelnen Patienten im Rahmen der wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenz festgelegt und im Anschluss mit dem Betroffenen besprochen.
Wir informieren unsere Patienten und stehen jederzeit für Fragen zur Seite. Denn aus Erfahrung wissen wir, dass es für die Patienten außerordentlich wichtig ist über ihre Therapie aufgeklärt zu sein, um mehr Sicherheit im Umgang mit der Krankheit und deren Bewältigung zu erhalten.
In den meisten Fällen ergibt sich nach Diagnosestellung die Notwendigkeit einer Operation. Während früher häufig die Entfernung der kompletten Brust (radikale Mastektomie) vorgenommen wurde, nutzt man heute, wenn immer möglich, brusterhaltende Verfahren. Voraussetzung für eine Brusterhaltende Operation (BET) ist die Möglichkeit, dabei den gesamten Tumor entfernen zu können. Für die Entscheidung spielen weiterhin die Lage und Größe des Tumors sowie das Größenverhältnis von Tumor und Brust eine Rolle. W
In einigen Fällen ist eine Brusterhaltende Operation jedoch aus medizinischen oder auch kosmetischen Gründen nicht möglich bzw. nicht sinnvoll, so dass eine kom- plette Entfernung der Brust notwendig wird. Dies ist für die Patientin häufig mit gro- ßen psychischen Problemen und einem Verlust an Selbstwertgefühl verbunden. Mit den heutigen Möglichkeiten der plastischen Chirurgie kann den Patientinnen oft ge- holfen und die Brust wiederhergestellt werden. Zum Wiederaufbau werden dabei Implantate oder auch das körpereigene Muskel-Haut-Gewebe genutzt.
In jedem Fall beraten die Ärzte des Brustzentrums Ostsachsen ihre Patientinnen über die vorhandenen Möglichkeiten, so dass eine auf die individuelle Situation der Patientin angepasste medizinisch sinnvolle Entscheidung getroffen werden kann.
Nach einer Operation kann es zu Einschränkungen der Schulterbeweglichkeit des Armes auf der betroffenen Seite kommen. Dies kann mit gezielter Gymnastik wei- testgehend vermieden oder verbessert werden.
Die Therapie des Brustkrebses stützt sich auf mehrere Säulen: Neben der operativen Therapie und der Strahlentherapie als lokal wirksame Behandlungsformen kommt der medikamentösen Behandlung besondere Bedeutung zu. Die Behandlung von Patientinnen mit Brustkrebs erfolgt in Abhängigkeit vom vorliegenden Krankheitsstadium – einerseits unterstützend mit dem Ziel der Sicherung eines Heilungserfolges (adjuvant), andererseits mit dem Ziel der Verminderung von vorhandenem Tumorgewebe (palliativ). In einigen Fällen kann bei größeren Tumoren bereits vor der Operation eine tumorschrumpfende Therapie begonnen werden (primärsystemisch, neoadjuvant), um das spätere Operationsergebnis zu verbessern.
Welche der Therapieformen für die jeweilige Patientin am sinnvollsten ist, wird in einer interdisziplinären Tumorkonferenz anhand der Behandlungsunterlagen entschieden.
Hormontherapie (Endokrine Therapie) Eine Hormonbehandlung kommt insbesondere für Frauen mit hormonell empfindlichen Brustkrebszellen infrage.
Chemotherapie (Zytostatische Therapie) Insbesondere beim Bestehen eines erhöhten Metastasierungsrisikos erhalten Patientinnen nach der Operation eine Chemotherapie. Diese besteht in der Regel aus einer Kombination verschiedener zytostatisch wirksamer Medikamente, die in Form einer Infusion verabreicht werden. Nach Abschluss der Behandlung wird die Patientin in die tumorspezifische Nachsorgebetreuung übernommen. Patientinnen mit einem metastasierten Tumor erhalten eine auf ihren Allgemeinzustand und die Wachstums- und Metastasierungsgeschwindigkeit des Tumors abgestimmte Therapie, die sowohl als Einzeltherapie (Monochemotherapie) als auch als Kombination (Polychemotherapie) gegeben werden kann. Zwischenuntersuchungen geben Patientin und Behandler die Sicherheit über den Behandlungserfolg bzw. die Notwendigkeit einer Therapieveränderung.
Target Therapie (Gezielte Therapie) Bei einigen Tumoren besteht die Möglichkeit mit der sogenannten Target Therapie, der gezielten Therapie, gegen gewisse Eigenschaften des Tumors anzugehen. Bei dieser neuartigen Therapie gelingt es beispielsweise mit speziellen Antikörpern gegen Oberflächenproteine vorzugehen, oder aber die Gefäßversorgung des Tumors zu unterbinden und damit das Wachstum einzuschränken. Diese Medikamente kämpfen gezielt gegen Krebszellen und verschonen dabei gesunde Zellen. Ob und welche Therapie in Frage kommt, wird mit der Patientin ausführlich besprochen.
Therapiestudien Wir versuchen prinzipiell, möglichst viele Patientinnen im Rahmen von Studien zu behandeln. Dies soll nicht bedeuten, dass unbekannte Substanzen an Patienten getestet werden, sondern dass die erhobenen Befunde gesammelt und von externen Wissenschaftlern kontinuierlich mit überprüft werden. Die Patientinnen erhalten somit mehr Sicherheit und die Therapie der Brustkrebserkrankung kann weiter verbessert werden. Die Möglichkeit einer Studieneinbringung wird für jede Patientin im Rahmen der Tumorkonferenz individuell erörtert und im Anschluss mit der Patientin ausführlich besprochen.
Ambulante Behandlung Durch die Einführung zahlreicher Medikamente, die die früher oft gefürchteten Nebenwirkungen der Chemotherapie vermeiden (Supportivmedikamente), ist es möglich geworden, fast alle gängigen Chemotherapien auch ambulant zu verabreichen. Den Patientinnen wird somit ein längerer Klinikaufenthalt erspart und ihnen bleibt ihr Familien- und Freundeskreis erhalten. Krankenkassen übernehmen die Kosten für ein Taxi zur und von der Onkologischen Praxis.
Bei einer Strahlentherapie handelt es sich um eine berührungslose und schmerzfreie Tumorbehandlung mit ionisierender Strahlung. Auch heute noch verunsichern falsche Vorstellungen und Angst vor Strahlenschäden die Patienten. Dank großer technologischer Fortschritte erfolgt der Einsatz der Strahlentherapie heute jedoch so gering dosiert und schonend wie möglich. Die zur Behandlung notwendige Strahlenmenge wird computergesteuert in so genannten Linearbeschleunigern erzeugt (siehe Foto). Die dabei entstehende Strahlung sorgt in Kombination mit modernsten dreidimensionalen Planungsverfahren für eine optimale Erfassung des Bestrahlungsvolumens. Dies ermöglicht eine gezielte Bestrahlung der erkrankten Zellen bei größtmöglicher Schonung des gesunden Gewebes.
Ziel einer Strahlentherapie ist die Zerstörung von Tumorzellen. Eine Bestrahlung verlangsamt oder verhindert die Zellteilung. Anders als gesunde Zellen sind Tumorzellen nicht in der Lage, die durch die Bestrahlung hervorgerufenen Schäden an Strukturen des Zellkerns zu reparieren, so dass Tumorzellen letztendlich vernichtet und ein erneutes Wachstum von Tumoren verhindert werden.
Nach brusterhaltenden Operationen (BET) ist die Bestrahlung verbindlicher Bestandteil des Behandlungskonzeptes. Im Allgemeinen erfolgt die Behandlung direkt nach der Operation (nach der Wundheilung) oder – bei Notwendigkeit – nach einer Chemotherapie. Unsere Strahlentherapeuten planen dabei die einzusetzende Dosis individuell auf Basis der vorliegenden Untersuchungsdaten. Auch wenn nicht brusterhaltend operiert wurde, kann eine postoperative Bestrahlung nötig sein. Diese wird in den wöchentlich durchgeführten Tumorkonferenzen entsprechend den Richtlinien festgelegt und erfolgt ähnlich einer Behandlung nach Brusterhaltender Operation.
Die Gesamtdauer der Therapie liegt bei mehreren Wochen. Die Behandlung wird dabei in der Regel an 5 Tagen in der Woche durchgeführt. Die Aufteilung der Bestrahlungseinheiten in viele kleine Einzeldosen erhöht nochmals die Verträglichkeit. Trotz der medizinischen und technologischen Fortschritte lassen sich Nebenwirkungen, wie z.B. schmerzhafte Rötungen leider nicht ganz vermeiden. Diese sind jedoch auf den behandelten Bereich beschränkt und klingen nach der Behandlung schnell ab.
Es besteht die Möglichkeit eine verkürzte Strahlentherapie unter bestimmten Voraussetzungen in Anspruch zu nehmen.
Nachsorge
Eine umfassende Nachsorge beinhaltet die psychische sowie soziale Betreuung und Begleitung der Patientin, die Rehabilitation und das Abwenden und Vermindern von erkrankungs- und therapiebedingten Folgen. Verschiedene Institutionen geben hierzu Anleitungen und Hilfestellungen.
Konnte der Tumor durch die Operation ganz entfernt werden und ist keine weitere Behandlung mehr erforderlich, wird zu regelmäßigen Nachsorgeuntersuchungen geraten. Diese zielen v.a. darauf, einen (möglichen) örtlichen Rückfall frühzeitig zu erkennen und behandeln.
Die vor einigen Jahren übliche turnusmäßige apparativ-technische Nachsorge sowie regelmäßige Tumormarkerbestimmungen haben sich dagegen nicht bewährt. Es erwies sich als besser, mit wenigen ausgewählten Untersuchungen je nach vorhandenen Beschwerden die folgenden Ziele der Nachsorge zu erreichen:
rechtzeitiges Erkennen eines Wiederauftretens der Krankheit (Tumorrezidiv)
Feststellen und Behandeln von Begleit- und Folgeerkrankungen
Unterstützung der Krebskranken bei ihren physischen, psychischen und sozialen Problemen
Im Rahmen der Nachsorge klärt der Arzt die Patientin über Symptome eines Rezi- divs oder einer Absiedlung in andere Organe auf, während er eine ausführliche Zwischenanamnese erhebt und anschließend eine klinische Untersuchung vor- nimmt. Eine gynäkologische Untersuchung ist v.a. bei Patientinnen mit endokriner Therapie (z.B. Tamoxifen über 5 Jahre) wünschenswert.
Kalender zur Nachsorge beim Frauenarzt oder Hausarzt
Anamnese und klinische Untersuchung bis zum 3. Jahr alle 3 Monate 4. u. 5. Jahr alle 6 Monate ab dem 6. Jahr jährlich
Mammographie bei brusterhaltender OP operierte Seite in den ersten 3 Jahren halbjährlich andere Brust jährlich
Mammasonographie dient zur Ergänzung der Mammographie, ihre Notwendigkeit wird vom Radiologen festgelegt
Weitere Untersuchungen werden vom Arzt symptombezogen festgelegt, ebenso die Verordnung von Lymphdrainage bei Auftreten eines Lymphödems, die Beratung zu sekundärem Brustaufbau nach Brustentfernung oder Anpassungsplastik der anderen Brust. Bei Problemen erfolgt eine Vorstellung im Brustzentrum.
Eine Krebserkrankung ist für die Patientin sowohl mit physischen als auch psychischen Belastungen verbunden. Mit dieser Diagnose kommt eine Vielzahl an Veränderungen auf die Betroffene zu. Eine Rehabilitationsmaßnahme im Anschluss an die Therapie kann helfen, die durch die Erkrankung und deren Behandlung entstandenen Beeinträchtigungen zu beseitigen oder zu mindern.
Ziel einer Rehabilitationsmaßnahme ist die Krankheitsbewältigung auf psychischer, physischer und sozialer Ebene sowie die Wiedereingliederung der Patientin in Alltag und Berufsleben. In der Regel umfasst sie einen Zeitraum von 3 – 4 Wochen. Für die Antragstellung ist der zuletzt behandelnde Arzt zuständig. Die folgende Darstellung bietet Ihnen einen Überblick über Art und Zeitpunkt der Maßnahme sowie die Zuständigkeit der Antragstellung.
AHB (Anschlussheilbehandlung) oder AGM (Anschlussgesundheitsmaßnahme) an die:
Krankenhausbehandlung, wenn keine Strahlen- u./ o. Chemotherapie folgt
Antragstellung im Krankenhaus mit Unterstützung des Sozialdienstes Beginn innerhalb von 2-4 Wochen nach der Krankenhausentlassung
Strahlentherapie
Antragstellung in der Strahlenklinik Beginn innerhalb von 2-4 Wochen nach Beendigung der Strahlentherapie
Chemotherapie
stationäre Chemotherapie => Antragstellung im Krankenhaus mit Unterstützung des Sozialdienstes ambulante Chemotherapie => Antragstellung durch einen niedergelassenen Onkologen Beginn innerhalb von 2-6 Wochen nach Beendigung der Chemotherapie
Onkologische Rehabilitationsnachsorge
Antrag beim behandelnden Arzt 1 bzw. 2 Jahre nach der Primärbehandlung möglich
Die Kostenübernahme erfolgt in der Regel über die Deutsche Rentenversicherung Deutsche Rentenversicherung Service-Tel.: 0800 1000 48 00 www.deutsche-rentenversicherung.de
Während des stationären Aufenthalts berät Sie gerne unser Sozialdienst über vorhandene Möglichkeiten. Alternativ können Sie jederzeit unsere kostenfreien Bratungsmöglichkeiten der ambulanten Krebsberatungsstelle nutzen.
Die Diagnose „Brustkrebs“ bedeutet meist eine schwerwiegende Belastung. Die Krankheit rückt in den Vordergrund. Viele Patientinnen berichten von Ängsten, Erschöpfungszuständen, Schlafstörungen, Depressionen, Kontroll- und Orientierungsverlust.
Im Brustzentrum Ostsachsen haben Sie während des stationären Aufenthaltes Gelegenheit zu einer psychoonkologischen Beratung bzw. Begleitung durch unsere Psychoonkologinnen. Nach dem stationären Aufenthalt können Beratungslistungen in der ambulanten Krebsberatungsstelle wahrgenommen werden. Unsere kompetente Ansprechpartnerinnen für verfügen über die Zusatzbezeichnung „Psychoonkologie“. Dies bedeutet für Sie, dass sie eine auf Krebserkrankungen spezialisierte Ausbildung durchlaufen hat, welche Ihnen als Patientinnen, aber auch Ihren Angehörigen, eine bestmögliche Basis bietet. Ziel dieser Gespräche, die auf individuelle Belastungen, die eigene Lebensgeschichte und auch Vorerfahrungen mit Krebserkrankungen eingehen, ist das (Wieder-)Erkennen von persönlichen Kraftquellen. Oft wirkt allein das Aussprechen von als bedrohlich und quälend empfundenen Gedanken und Phantasien in Gegenwart der Therapeuten entlastend und angstmindernd. Der Blick auf die Zukunft und die Entwicklung einer neuen Lebensperspektive werden wieder möglich.
Die Erkrankung hat auch Auswirkungen auf Familie und Beruf. Die Notwendigkeit psychotherapeutisch-psychoonkologischer Gespräche ergibt sich, wenn die individuelle Bewältigungskapazität der Patientinnen den Belastungen nicht mehr gewachsen ist. Schätzungen zufolge leiden etwa die Hälfte aller Patientinnen unter einer behandlungsbedürftigen Reaktion auf die Erkrankung, dies sind vor allem Depressionen und Angstzustände sowie posttraumatische Belastungsstörungen.
Leistungsspektrum
Unterstützung bei Unsicherheit und Sinnsuche
Kontaktaufnahme mit Patientinnen/ Erstgespräche
Krisenintervention bei drohender Dekompensation (Unterstützung in Krisensituationen)
Interfamiliäre Gespräche mit Angehörigen
Beistand und Gespräche nach Diagnoseeröffnung
Notfallmäßige Behandlung bei akuten Angstzuständen und Depressionen
Psychotherapeutische Begleitung während der Chemotherapie und Bestrahlung
Zusammenarbeit mit der Selbsthilfegruppe
Ermutigung zu aktiver Teilnahme an der Behandlung und Stärkung der Arzt-Patient-Beziehung
Unterstützung bei der Bewältigung krankheitsbedingter Einschränkungen
Entspannungs- und Imaginationsübungen
KosmetikseminareLinks und Adressen ??
Informationen für Ärzte
Leitfaden
Leitlinien sind von Fachexperten entwickelte, wissenschaftlich begründete und praxisorientierte Entscheidungshilfen, die Ärzte bei Therapieentschedungen unterstützen sollen. Sie stellen ein transparentes Vorgehen dar, welches von mehreren Experten aus verschiedenen Fachbereichen und Arbeits- gruppen zu bestimmten ärztlichen Vorgehensweisen erarbeitet wurde. Leitlinien sind Orientierungshilfen, von denen in begründeten Fällen abgewichen werden kann oder sogar muss. Im Gegensatz zu Richtlinien unterliegen sie keiner gesetzlichen Legitimation.
Relevante Leitlinien hinsichtlich des Mammakarzinoms sollen im Folgenden kurz aufgeführt werden: Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms
Fachgesellschaften: Deutsche Gesellschaft für Senologie e.V. und Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe Version 4.4; Stand Juni 2021 S3-Leitlinie Mammakarzinom
Die Arbeitsgemeinschaft gynäkologische Onkologie e.V. veröffentlicht auf ihrer Homepage Handlungsempfehlungen der Kommission Mamma
Gemäß einer abgestuften Betreuungskonzeption werden die Patientinnen ausgehend von einer gezielten Fragestellung bzw. Einweisungsdiagnose über Spezialsprechstunden, Chefvorstellungen, stationäre Aufnahme, präoperative Diagnostik, Konsiliarvorstellungen oder operative Versorgung bis zur Entlassung geführt. Hierbei einen festen, kontinuierlichen und zeitnahen Dialog mit allen einweisenden und weiterbetreuenden Ärzten zu pflegen, ist ein besonderes Anliegen.
Zu den vorrangigen Aufgaben aller Mitarbeiter gehört auch die Einführung neuer oder alternativer Diagnostik- und Therapie (OP)-Methoden zum Vorteil der von uns betreuten Patientinnen. Die anspruchsvolle Möglichkeit, im Brustzentrum Ostsachsen BZOS die Betreuung an Brustkrebs erkrankter Frauen nach internationalem Standard zu gewährleisten, schaffen hierfür beste Voraussetzungen.
Folgende Ärzte unseres Brustzentrums erhielten von OnkoZert (der Zertifizierungsstelle der Deutschen Krebsgesellschaft) die Anerkennung zum „Senior Mammaoperateur“:
Dieses Zertifikat zeichnet unsere Ärzte als besonders erfahrene und qualifizierte Operateure von Krebserkrankungen der weiblichen Brust aus. Als „Senior Mammaoperateur“ in einem zertifizierten Brustzentrum wird nur ausgezeichnet, wer die entsprechenden Qualifikationen und Kennzahlen erfüllt. Dazu gehört unter anderem, dass man über große operative Erfahrung verfügt und innerhalb eines Jahres mindestens 50 Brustkrebsoperationen durchgeführt hat. Durch die Anerkennung als „Senior Mammaoperateur“ kann auch jungen Ärzten eine verbesserte operative Ausbildung geboten werden. Dies wird durch die volle Weiterbildungsermächtigung ergänzt. Das Brustzentrum Ostsachsen (BZOS) ist bestrebt, stets die modernsten Therapieformen anzubieten und an einer kontinuierlichen Verbesserung der Qualität und Leistungsfähigkeit zu arbeiten.
Jacek Glajzer, Chefarzt Thomas Graf, Oberarzt Katarzyna Knothe, Oberärztin
Fort- und Weiterbildungen
Sowohl unsere Ärzte als auch unsere Kollegen des mittleren Medizinischen Personals und die Kollegen des therapeutischen Sektors sind zur Teilnahme an regelmäßigen Fort- und Weiterbildungen verpflichtet. Als ein zertifiziertes Brustkrebszentrum ist es zudem auch unsere Pflicht und darüber hinaus unser Wunsch, unseren niedergelassenen Ärzten die Teilnahme an kostenfreien Fortbildungen zu ermöglichen.
Tumorkonferenzen
Umfassende und individuelle Behandlungsplanung für unsere Patientinnen ist eine Kernaufgabe der wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenzen. Die Fälle unserer prä- und postoperativen sowie palliativen Patientinnen werden hier ausführlich vorgestellt und ein individueller und leitliniengerechter Therapieplan wird erstellt. Unsere Fachärzte aus den Bereichen Gynäkologie, internistische und gynäkologische Onkologie, Radiologie, Pathologie und Strahlentherapie sind stets zugegen und diskutieren jeden einzelnen Fall.
Darüber hinaus finden im Anschluss an die Tumorkonferenz regelmäßig kurze Fortbildungen zu verschiedenen Themen statt, beispielsweise Auswertungen neuer Studienergebnisse oder die Zulassung neuer Medikamente.
Niedergelassene Einweiser sind herzlich eingeladen, an den Tumorkonferenzen teilzunehmen. So können sie gemeinsam mit unseren Experten den Fall ihrer Patientin besprechen, die Empfehlung mit treffen und sind stets informiert. Die Tumorkonferenz ist von der Sächsischen Landesärztekammer mit 2 Fortbildungspunkten zertifiziert. Die Teilnahme ist in Zittau, Ebersbach oder ganz bequem online möglich. Sprechen Sie uns für Ihren Zugang gern an: 03586 762 1008 oder christin.kessner@k-ob.de.
Medizinisches Symposium Traditionell im Spätsommer/Herbst veranstalten wir jährlich ein großes medizinisches Symposium für Ärzte und medizinisches Fachpersonal mit namhaften, renommierten Referenten. Themen rund um die Diagnostik, aktuellste Therapieentwicklungen, komplementäre und supportive Medizin, Palliativ- und Schmerzmedizin, psychoonkologische Therapieansätze und vieles mehr erwarten sie. Das nächste Symposium findet im September 2025 statt, wir werden sie zeitnah über das Programm informieren.
über das Brustzentrum
Entstehung und Geschichte
Das Brustzentrum Ostsachsen wurde im November 2003 als regionales Netzwerk gegründet, um die Versorgung von Patientinnen mit Brusterkrankungen in der Oberlausitz nachhaltig zu bündeln und weiterzuentwickeln. Bereits ab 1999 verfolgten die Chefärzte der gynäkologischen Kliniken in Ebersbach, Sebnitz und Zittau das gemeinsame Ziel, ihre fachlichen Kompetenzen in einem interdisziplinären Verbund zusammenzuführen.
In einer mehrjährigen Vorbereitungsphase wurden gemeinsame Strukturen, Abläufe und Qualitätsstandards aufgebaut und kontinuierlich optimiert. Auf dieser Grundlage entstand ein leistungsfähiges Netzwerk, das stationäre und ambulante Versorgungsbereiche eng miteinander verbindet.
Von Beginn an versteht sich das Brustzentrum als zentrale Anlauf- und Koordinationsstelle für Patientinnen sowie für einweisende und weiterbehandelnde Ärztinnen und Ärzte. Die enge Zusammenarbeit aller beteiligten Fachdisziplinen, unterstützenden Dienste und niedergelassenen Partner bildet bis heute das Fundament der erfolgreichen Arbeit.
Im Jahr 2005 erfolgte die erste Zertifizierung nach den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Senologie. Damit gehörte das Brustzentrum Ostsachsen zu den ersten zertifizierten Einrichtungen dieser Art in Sachsen. Seither wird die hohe Qualität der Arbeit regelmäßig im Rahmen von Re-Zertifizierungen bestätigt, zuletzt im Jahr 2025.
Aufgrund struktureller Veränderungen schied der Standort Sebnitz im Jahr 2021 aus dem Verbund aus. Die regionale Vernetzung und die wohnortnahe Versorgung blieben davon unberührt und werden weiterhin in bewährter Weise sichergestellt.
Aufgaben und Ziele
Das Brustzentrum Ostsachsen verfolgt das Ziel, eine strukturierte, vernetzte und qualitätsgesicherte Versorgung in der Region zu gewährleisten. Im Mittelpunkt steht dabei das koordinierte Zusammenwirken aller beteiligten Partner.
Zu den zentralen Aufgaben gehören:
die enge Abstimmung zwischen allen Fachdisziplinen und Kooperationspartnern
die Organisation interdisziplinärer Fallbesprechungen
die Sicherstellung einheitlicher Standards und transparenter Abläufe
die Förderung von Fort- und Weiterbildungen
die kontinuierliche Weiterentwicklung des Netzwerkes
Ein wesentliches Element der Zusammenarbeit ist die regelmäßige interdisziplinäre Tumorkonferenz. Hier werden gemeinsam abgestimmte Konzepte erarbeitet und die sektorübergreifende Versorgung koordiniert.
Darüber hinaus versteht sich das Brustzentrum als Plattform für fachlichen Austausch, Qualitätssicherung und Innovation. Ziel ist es, die regionale Versorgungsstruktur langfristig zu stärken und weiterzuentwickeln.
Zertifizierung
Seit 2005 ist das Brustzentrum Ostsachsen nach den Kriterien der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Senologie zertifiziert. Diese Zertifizierung bildet die Grundlage für die strukturelle und organisatorische Arbeit des Zentrums.
Im Rahmen der regelmäßigen Audits werden unter anderem geprüft:
die interdisziplinäre Zusammenarbeit,
die Qualifikation der beteiligten Fachkräfte,
die Organisation der Netzwerkstrukturen,
die Dokumentation von Abläufen,
die Umsetzung von Fortbildungsmaßnahmen.
Die erfolgreiche Teilnahme an den jährlichen Überprüfungen bestätigt die nachhaltige Qualität und Stabilität des Zentrums. Gleichzeitig dienen diese Verfahren der kontinuierlichen Weiterentwicklung und Optimierung aller Prozesse.
Die Zertifizierung stärkt zudem die enge Einbindung externer Partner und sorgt für Transparenz gegenüber Patientinnen, Zuweisern und Öffentlichkeit.
Das Brustzentrum Ostsachsen stellt sich vor. Chefarzt Glajzer, unser onkologisches Pflegefachpersonal und auch Patientinnen geben Einblicke in ihre Erfahrungen.